Montenegro – Durmitor Nationalpark

Durmitor Nationalpark

Bis zur montenegrinischen Grenze fahren wir entlang eines Canyons. An der Grenze wurde soeben ein LKW mit akribisch kontrolliert. Wir kommen gerade so durch eine Engstelle über die Brücke zur Grenze nach Montenegro. Beim Grenzübertritt erhalten wir ein Infoblatt über das Verhalten im Verkehr. Beim Mittagessen in Pluzine lernen wir ein Pärchen aus dem Balktikum kennen, sie aus Litauen, er aus Lettland, die auch in den Durmitor Nationalpark möchten. Wir nehmen die beiden kurzerhand bis zur Paßsattel mit. So haben unsere Kinder Abklenkung bei der Fahrt und unterhalten sich etwas auf Englisch.

Farben wie in der Mongolei

Wir haben selten in unserem Leben eine so schöne Landschaft gesehen wie hier. Die Wiesen haben alle Farben zwischen gelb, grün und braun. Diesen Farben, die wunderschönen Pflanzen und wie der Wind durch die verschiedenenfarbigen Gräser streift – so stellen wir uns die Mongolei vor. Wir fahren durch unzählige, in den Stein gehauene Tunnel, die teilweise sehr dunkel sind. Durch die Regenfälle in den vergangenen Tagen liegen immer wieder Steine auf der Straße. Die Straßen sind gut, aber sehr schmal. Es bleibt kaum Platz zum Ausweichen bis zu jenen Stellen, an denen schlicht und ergreifend kein Ausweichen mehr möglich ist. Jemand muss zurück. So ist es uns auch einmal passiert. Aber das sind nicht die einzigen Herausforderungen: Schafherden neben der Straße, Kühe auf der Straße und: eine Herde Pferde mit zwei Jungfohlen. Der Hirte lag seelenruhig im Gras und kaute an einem Grashalm.

Wir lassen das Pärchen am Sattel aussteigen. Sie möchten am selben Tag noch den Aufstieg auf den höchsten Berg Montenegros beginnen. Den Kindern schenken sie Freundschaftsbänder von Estland und Lettland.

Wir halten an einem der spärlichen Wanderparkplätze und genießen bei Kaffee und Keksen die wunderschöne Bergwelt. Enzian und andere seltene Gebirgspflanzen, herrlich klare Luft und Steine, die zum Klettern einladen.

Wir suchen einen Platz zum Übernachten, da wir diese einzigartige Atmosphäre der Bergwelt noch länger genießen möchten. Den einzigen Platz bei einem stillgelegten Gasthäuschen, den wir finden, „verlieren“ wir leider an tschechische Motorradfahrer. Leider verlassen wir das Hochplateau und somit auch den Nationalpark Durmitor.

Durmitor Nationalpark

Tief beeindruckt vom Hochplateau suchen wir nach einer schönen Stelle zum Übernachten. Auf dem Weg lag noch der Schwarze See (Cerno Jezero). Aufgrund der Menschenmengen, die vom und zum See strömen, drehen wir um und fahren weiter entlang der Tara-Schlucht. Die Tara-Brücke mit ihen fünf Bögen erhebt sich bei Durdevica 150 Meter über den Fluss. Mehrere Zip-Line-Anbieter (Flying Fox) werben hier um Adrenalin-Junkies. Meine Familie entscheidet sich natürlich gleich für die längste und spektakulärste Strecke. Wie es ihnen gefallen hat, erzählen die Kinder selbst in ihrem eigenen Beitrag. 🙂

Tara-Brücke

Im Camp Rabrenovic finden wir eine willkommene Basis für die kommenden zwei Tage. Wir werden herzlich von der Familie begrüßt, die den Campingplatz gemeinschaftlich betreiben. Als Begrüßungsdrink bekommen wir klaren Raki und zum Frühstück selbstgebackenes Brot. Eine Stunde nachdem der Campingplatzbetreiber unseren Sohn beim Fußballspielen gesehen hat, hat das Tor auch ein Netz und der Fußballrasen ist gemäht. Wir fühlen uns wunderbar wohl hier und erkunden zu Fuß die nähere Umgebung. Ein Mann hält mit seinem Auto neben uns und erzählt, dass er frischen Fisch hat. Wir kommen tatsächlich auf unserer Wanderung bei ihm vorbei und seine Frau und er bereiten wunderbaren Fisch mit selbstgemachten Brot und Krumpir (Pommes) zu. Auf dem Rückweg finden wir jede Menge Walderdbeeren als Nachspeise und Schwammerl für das Abendessen. Wilde Orchideen und viele andere Wildblumen säumen den Weg.

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