Klein-Kanada in Horní Planá

Idylle am Lipno Stausee

Zum Glücklichsein braucht es nicht viel. Vier Menschen, einen See und gutes Wetter. Ein Lieblingsort von uns ist der Campingplatz „Caravan Camping“ in Horní Planá am Lipno Stausee. Im Gegensatz zum Hauptort Lipno ist es hier noch schön ruhig und weniger touristisch. Jeder darf sich mit seiner fahrbaren Behausung oder seinem Zelt hinstellen wo er möchte. Natürlich zieht es die meisten (so wie uns) direkt ans Ufer.

Gleich neben dem Campinggelände gibt es eine schöne Liegewiese mit schattenspendenden Bäumen, auf der wir abends gut Ball spielen können, wenn die Tagesgäste weg sind. Die Sanitäranlagen des Platzes sind groß und sauber, und für das abendliche Lagerfeuer können wir Feuerholz an der Rezeption kaufen. Im Anschluss an den Campingplatz befindet sich ein Hotel mit Restaurant und ein Kiosk, an dem man Eis, Getränke und Kleinigkeiten zum Essen bekommt. Im Ort selbst, der rund 15 Minuten vom Campingplatz in Gehweite liegt, können wir als Highlights das Geburtshaus von Adalbert Stifter und die anmutig gelegene Pfarrkirche empfehlen.

Heuer wandern wir trotz der Hitze zum nahe gelegenen Adalbert-Stifter-Waldpark. Man sieht noch, wie schön die Parkanlage früher gewesen sein muss, die von den Oberplaner Einwohnern zu Ehren des Schriftstellers gegründet wurde. Heute kümmert sich zwar niemand mehr systematisch um den Park. Wir genießen aber die Wanderung im schattigen Wald auf dem weitläufigen Gelände und finden die Wallfahrtskirche Dobrá Voda (Gutes Wasser) verschlossen vor. Vorbei an einem Freilichtkino wandern wir wieder zurück in den Ort.

„Da ruhen die breiten Waldesrücken und steigen lieblich schwarzblau dämmernd ab gegen den Silberblick der Moldau. Es wohnt unsäglich viel Liebes und Wehmütiges in diesem Anblicke.“ Adalbert Stifter

Stifterdenkmal Horní Planá

Schließlich wollen wir unser aufblasbares Stand-Up-Paddle-Board testen. Unsere Kinder sind mit Neopren-Shorty und Schwimmwesten ausgerüstet. Sie nutzen das Paddle-Board zum Kennenlernen vorerst als Kanu. In Ufernähe lernen sie mit dem Board umzugehen. Mit der Zeit trauen sie sich auch abwechselnd auf dem Board zu stehen. Mit einem Fußgurt mit dem Brett verbunden, stehen sie wie die Profis auf dem Board.  Wir haben immer ein Auge auf die Kinder, da man durch den Wind schnell abgetrieben wird. Nachdem unsere Kids uns das Paddeln so toll vorgemacht haben, wagen auch wir uns auf das Brett. Wenn man die richtige Position auf dem Brett gefunden hat, kann eigentlich schon nichts mehr schiefgehen. Mit einer Mischung aus absoluter Entspannung und Wachsamkeit bewegt man sich lautlos über den See. Das einzige Handicap bleibt für mich das Kurvenfahren. Aber an so heißen Tagen muss man sich ja ohnehin immer wieder mal abkühlen, oder?

Abends grillen wir und durch den Gruppenzwang („Papa, JEDER macht hier Lagerfeuer“) sitzen auch wir stundenlang rund um unser kleines Lagerfeuer und fragen uns, warum wir das nicht häufiger machen. Wir erzählen Geschichten, hören Musik und die eine oder der andere singt auch dazu.

Zwei Tage hier fühlen sich an wie eine Woche Urlaub und keiner will so richtig wieder nach Hause. Nur mit der Aussicht, dass es bei Oma kleine Kätzchen gibt, können wir uns motivieren, unser „Klein-Kanada“ wieder zu verlassen. Auf bald!

Klein-Kanada

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