Kopenhagen

Nyhafen in Kopenhagen

Angekommen in Dänemarks Hauptstadt Kopenhagen kämpfen wir mit einem neuen Parkautomaten-System. Hier muss sich der Parkwillige mit dem KFZ-Kennzeichen am Automaten registrieren und die Parkgebühr mit Kreditkarte bezahlen. Wir erhalten nicht einmal ein Parkticket, das wir hinter die Windschutzscheibe legen können. Aber das macht nichts – funktioniert eh alles online.

Wir haben im Reiseführer über die Freistadt Christiania gelesen. Auf einem ehemaligen Kasernengelände wurde 1971 vom Journalisten Jacob Ludvigsen und einigen Mitstreitern die Freistadt Christiania gegründet. Das Ziel war das Erschaffen einer selbst-regierenden Gesellschaft, in der alle und jeder für sich für das Wohlergehen der gesamten Gemeinschaft verantwortlich ist. Der Geist von Christiania entwickelte sich schnell in Richtung Hippiebewegung und Hausbesetzertum, im Kontrast zu der vorherigen militärischen Nutzung des Geländes.

Wir betreten das Gelände von Christiania am späten Vormittag voller Erwartung, einen Einblick in eine alternative Lebensform zu erhaschen. Wir werden am Eingang, den wir gewählt haben, mit einer bei den Bewohnern von Christiania umstrittenen Tatsache konfrontiert, dass in der Pusher Street ganz offen weiche Drogen verkauft werden. Und dementsprechend ist auch die Klientel, die Besucher, die am Vormittag hier schon fleißig am Konsumieren sind. Das stand nicht im Reiseführer! Was sagen wir zu den Kindern? Wir erklären kindgerecht, was sie hier sehen und gehen durch den schön bemalten Freistadteingang wieder hinaus. Dazwischen hatten wir auch einige schöne Einblicke – einen Tischler und Bildhauer mit seinen Werken. Ein Bewohner, der an der Herstellung eines Stuhls arbeitet. Einen wunderschön bemalten Kindergarten. Und eine Bewohnerin von Christiania, die Souvenirs verkauft, und die auf unsere Frage, ob es in Europa noch mehr Freistädte in dieser Art gibt, antwortet: „No, there is only one Christiania in the world!!“ Und legt ihre Hand auf´s Herz.

Diese Eindrücke müssen wir erst einmal sacken lassen und verarbeiten. Da es mittlerweile schon sehr heiß für eine Stadtbesichtigung zu Fuß geworden ist, wählen wir eben die Stadtbesichtigung per Boot. Unsere „Reiseleiterin“, die, wie sich später herausstellt im Winter als Schilehrerin in Tirol arbeitet, zeigt uns im Minutentakt die wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Kopenhagen. Mit ihren tollen Ausführungen auf Dänisch, Englisch und Deutsch zum malerischen Nyhafen, der königlichen Bibliothek, der Müllverbrennungsanlage mit Schipiste, der Königlichen Oper von dessen Vordach einmal im Jahr die mutigsten Dänen ins Meer springen, die alte Fähre nach Malmö, die jetzt als Restaurantschiff dient – der Reiz dieser Stadt und die Kreativität der Dänen nimmt uns immer mehr gefangen. „Amsterdam in Groß“ schießt uns ein paar Mal durch den Kopf.

Die Bootsfahrt war zwar eine gute Abkühlung, aber ein Sprung ins Meer von einem Badesteg mitten in der Stadt – das ist die perfekte Abkühlung. Schlauerweise haben wir immer die notwendigsten Badesachen eingepackt.

Das beschauliche Landleben und die pulsierende Hauptstadt stehen zwar in einem krassen Gegensatz, aber wir finden, beides macht den Charme von Dänemark aus. Wir verlassen Kopenhagen nur ungern und eines ist sicher – wir kommen wieder!

Party gibt es überall in der Stadt

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