Norwegische Südsee

Traumstrände

Wie ist Norwegen? Wie das Salzkammergut XXXL mit Meer, die Schweiz in groß, wie Kanada? Norwegen ist einfach schön! Und so wie jemand ganz richtig in einem Reiseführer schreibt: die Norweger machen es einem schwer, sich als Tourist schlecht zu benehmen. Im ganzen Land gibt es Picknickplätze mit Tischen und Bänken, Mülleimern und sauberen Toiletten. Das Wasser hat, sofern nicht anders angegeben, Trinkwasserqualität und kann überall gratis aufgefüllt werden. An zahlreichen Entsorgungsstationen kann man unabhängig von Campingplätzen Grauwasser und die Toilette entsorgen. Dementsprechend sauber sieht es auch im ganzen Land aus. Auf Dosen und Flaschen wird Pfand eingehoben. Da der Alkohol so teuer ist, sieht man selten jemanden mit einer Bierflasche, auch geraucht wird weniger als bei uns. Dafür ist Snuff, der Schnupftabak äußerst beliebt, und wird aus klimatisierten Schränken verkauft. Essengehen in Norwegen ist sehr teuer – man muss mindestens den dreifachen Preis von zu Hause rechnen.

Damit wir so richtig in die norwegische Landschaft eintauchen können, verbringen wir zwei Tage an einem ruhig gelegenen Waldsee in Eigesvatten. Es gibt nur einen Parkplatz und ein exklusives Plumpsklo. Keinen Handyempfang, keinen Kiosk. Endlich können wir unser Schlauchboot aufblasen und über den See schippern. Die Kinder fangen mit Eimern Minifischchen, die sie taufen, ein Aquarium einrichten und dann wieder in den See entlassen. Abends grillen wir, bevor die lästigen Stechmücken zu tausenden anrücken. Dann machen wir es uns im Wohnmobil mit Spielen und Lesen gemütlich.

STAVANGER ist unser nächstes Ziel, eine norwegische Stadt wie aus dem Bilderbuch. Wir parken neben dem Stadion und erwandern die Stadt von oben. Gott sei Dank in Gegenrichtung zu den Passagieren, die von den drei Kreuzfahrtsschiffen kommen, die vor Stavanger vor Anker liegen. Die Stadt ist ein einziges Schmuckkästchen: weiße norwegische Holzhäuser, liebevollst dekoriert, mit einem Meer an Blumen. Wir bekommen so richtig Lust, uns die Terrasse zu Hause mit Blumentöpfen vollzustellen. Gerade als wir an den Hafen kommen, fährt ein riesiges Kreuzfahrtsschiff ab und gebannt sehen wir zu, wie das Riesenschiff in dem kleinen Hafen reversiert. Wir probieren die noch warmen Karamellsnuren, die wir zu Hause von Ikea als Zimtschnecken kennen und Boller, vergleichbar mit Briocheknöpfen.

Stavanger
Hafen von Stavanger

Unser Tipp: Das Ölmuseum in Stavanger! Wir erfahren auf spannende Weise viel zum Thema Erdöl. In Norwegen wird erst seit Anfang der 70iger Jahre Erdöl auf gefördert. Den Beginn machten mobile Bohrschiffe. Die Entwicklung von diesen bis zu modernsten Ölplattformen wird sehr anschaulich darestellt. In Filmen, die auch auf Englisch vorgeführt werden, wird die harte Arbeit der Männer auf den Bohrinseln verdeutlicht. Kinder bekommen gleich an der Kasse einen Zettel mit Quizfragen zur Ausstellung. Wenn alle Fragen richtig beantwortet werden, dürfen sich die Kinder eine kleine Belohnung abholen. Sehr nette Idee! In einem sehr kontroversiellen Film wird auch die Kehrseite der Ölindustrie dargestellt. Auch alternativen Energien ist ein Teil der Ausstellung gewidmet.

Norwegisches Ölmuseum
Modell einer Ölplattform
Vollschutzanzug zum Probieren

Es wird wieder einmal Zeit für einen Campingplatz. Am Ortsrand von Haugesund, direkt hinter dem Haraldshügel checken wir am Campingplatz Haraldshaugen ein, mega-idyllisch. Alles ist wunderbar schön und sauber. Wir machen Großwäsche und nutzen die Waschmaschine vor Ort. Es gibt eine eigene Küche und einen Abwaschraum, einen Fernsehraum und Esszimmer für Regentage und draußen jede Menge Tische und Bänke zum Sitzen und Essen. Heute kocht Harald: es gibt Fiskekaker. Hört sich eigenartig an, aber es handelt sich dabei um Fischburger, die wir auch im Brötchen mit Garnierung essen. Auf unserem Abendspaziergang zum Hügel König Harald Schönhaar, der die norwegischen Stämme zum norwegischen Reich vereint hat, geht für David ein Traum in Erfüllung. Ein geduldiges Schaf lässt sich von ihm in aller Ruhe streicheln und füttern.

„Sverd i Fjell“
Campingplatz Haraldshaugen
Großwäsche am Campingplatz

Südseefeeling

Alle und alles wieder frisch bewegen wir uns weiter südlich auf die Halbinsel Karmoy. Hier erwarten uns als weiteres Highlight Sandstrände wie auf den Malediven. Für die Kinder ein perfekter Platz zum Sandspielen. Das Meer ist erfrischend kalt, aber die Norweger sind hart im Nehmen. Wir übernachten auf einem Kytesurfer-Strand und stellen wieder einmal fest, welch perfektes Englisch die Norweger sprechen. Ein paar Surfermädels campieren in den Dünen, ein Vogelkundler kommt mit seinem Teleobjektiv vorbei und wir sind mittendrin. Wir kennen das schon aus anderen Ländern, dass die Surfspots an den schönsten Plätzen liegen. Wir verabschieden uns von dieser Ecke des Landes mit dem Hafenfestival in Haugesund.

Fährüberfahrt nach Karmoy
Auf der Halbinsel Karmoy

Traumstrände

Ersten Kommentar schreiben

Antworten