Hyggelig in Dänemark

Ich konnte mir zu Hause unter dem Begriff „hyggelig“, der bei uns seit einiger Zeit im Trend ist, nicht recht viel vorstellen. Erst hier in Dänemark passt der In-Begriff für Gemütlichkeit so richtig. Hier in West-Dänemark gehen die Uhren noch beschaulich. Wir sehen hauptsächlich landwirtschaftlich genutzte Flächen und riesige Getreidefelder. Die Strohballen liegen quaderförmig und unverpackt abholbereit auf den Feldern.

Die Häuser haben die typischen Backsteinfassaden, aber auch schwedisch rote Holzhäuser und weiß getünchte Häuser mit schwarzer Schrift beleben das Ortsbild. Durch vorhanglose Fenster kann man in die Häuser blicken. Blumen, Kerzenständer, Vasen und dergleichen Zierrat auf den Fensterbänken machen einen hyggeligen Eindruck.

Wir hatten keine Erwartungen an Dänemark, bevor wir hierher kamen und sind positiv beeindruckt. Hier lässt es sich beschaulich leben und durch die leicht hügelige Landschaft fühlen wir uns als Mühlviertler gleich daheim. Die Dänen sind freundlich und zuvorkommend. Die meisten von ihnen verstehen und sprechen Deutsch, und auch wir können uns vieles aus dem Dänischen zusammen reimen.

Bezahlt wird in Dänischen Kronen zum Kurs von € 7,45 für 100 Dänische Kronen. Das Leben ist hier etwas teurer als bei uns, dafür wird hier mehr Wert auf ökologisch hergestellte Lebensmittel gelegt. Es gibt weniger Supermärkte, dafür haben viele Bauernhöfe ihren eigenen Verkaufsstand vor dem Haus. Die Dänen lieben es zu picknicken und dementsprechend viele Picknickplätze gibt es. Gutsituierte Leute gehen mit dem Picknickkorb mit Weinflaschenhalterungen für rot und weiß an den Strand.

Dänemark empfängt uns mit einer Museumsgreißlerei wie aus Pippi Langstrumpfs Zeiten. Wir können Lollis, Zuckerstangen, Lakrize und Karamellbonbons einzeln erstehen. Für Nadja hat sich ein Urlaubstraum erfüllt. Die Greißlerin sieht ihre Freude und unterhält sich freundlich mit ihr.

Kolonialwarenladen Bindeballe Komandsgard

So nebenbei entdecken wir ein wunderbares Museum zur Wikingerzeit mit dem originalen Stein, der symbolisiert, wie Wikingerkönig Harald Blauzahn das dänische Volk zum Christentum führt. Die Ausstellung ist superspannend und bietet viele Animationen und technische Spielereien. Mit der Runen-Tastatur können wir unsere Namen in Runen darstellen. Mithilfe einer Zeituhr sieht man, wie sich das Land von Epoche zu Epoche verändert hat.

Wikingermuseum Jelling

Den krönenden Abschluss unserer Tage in Dänemark, bevor unsere Fähre nach Norwegen geht, bildet unser Aufenthalt am Lonstrup Campingplatz Mollebakken in Lonstrup. Wir genießen alle Annehmlichkeiten des geräumigen und sauberen Platzes, auf dem wir uns sofort wohl fühlen. Die Sanitäranlagen sind groß und extrem sauber und es gibt einen eigenen Fernseh- und Leseraum mit jeder Menge Bücher. Wir gehen rund acht Minuten bis zum Meer, das in einer geschützten Bucht liegt. Wir können uns gar nicht satt sehen an den wunderbaren Holzhäusern und spinnen Geschichten, wie es wäre, hier länger Urlaub zu machen.

Wir freuen uns jetzt schon darauf, wenn wir auf der Rückfahrt noch mehr von Dänemark entdecken dürfen!

Ersten Kommentar schreiben

Antworten