Sehnsuchtsort Hymer-Museum

Pressefoto Erwin-Hymer-Museum-Aussenansicht-Nacht

Auch wenn man kein vollintegriertes Hymer-Mobil besitzt oder ein ausgesprochener Camping-Fan ist – das Hymer-Museum in Bad Waldsee in der Nähe des Bodensees ist ein absolutes Muss. Mit diesem Museum für alle Sinne hat Erwin Hymer seinem Lebenswerk ein unglaublich interessantes und nachhaltiges Denkmal gesetzt.

Aussenansicht Hymer-Museum

Das Museum mit seiner markanten Bauweise ist von Weitem zu sehen und erinnert mit seiner quaderartigen Form an ein Caravanfenster. Wir werden von Isabell Heinzelmann aus der Marketingabteilung begrüßt, und sie erklärt uns das Konzept des Museums. Unsere Kinder sind augenblicklich begeistert und machen sich bald selbständig daran, das Museum zu erkunden.

Endlich mal keine „Schnörkel-Und-Schau-In-Die-Kasten-Bude“ – O-Ton unserer Tochter.

Auch nach sechs vollen Stunden, mit einer kulinarischen Reise um die Welt im museumseigenen Restaurant, fällt es ihnen schwer, das Hymer-Museum zu verlassen. Das liegt aber sicher nicht daran, dass unsere Kinder museumsaffiner sind als andere, sondern schlicht am Konzept des Hauses.

Wie und wohin will der Mensch unabhängig von festen Unterkünften reisen? Welche Sehnsüchte ziehen ihn in die Welt? Was waren und sind die Traumrouten und Ziele? Das ist der Leitfaden der Ausstellung, ganz im Sinne des Stifters Erwin Hymer. „Schon seit über 15 Jahren hatte ich den Wunsch gehegt, ein Museum für historische Caravans und Reisemobile zu bauen. Und wenn ich jetzt sehe, was daraus geworden ist, bin ich sehr zufrieden. Ein schönes Museum auch für Kinder, in dem es nicht nur um Fahrzeuge geht, sondern ums mobile Reisen“, sagt Erwin Hymer zur Museumseröffnung am 29. Oktober 2011.

Erwin Hymer

Ein Riesen-Kanu, in das man hineingehen kann oder oranger Turban, in dem ein Hindi-Altar und ein Hippie-Bus verborgen ist  – interessant und lebendig gestaltet präsentiert das Erwin Hymer Museum die Welt des mobilen Reisens. Das rund 10.000 Quadratmeter große Gebäude auf zwei Etagen ist ein Museum für Kulturgeschichte und Technik. Aus dem Blickwinkel des Reisenden werden sowohl der kulturhistorische Hintergrund als auch die technologische Entwicklung des mobilen Reisens betrachtet. So steht nicht die Darstellung einer Firmengeschichte im Vordergrund, sondern die Menschen, die die Welt mit Caravaning-Fahrzeugen erkunden.

Pressefoto Indien Turban

Durch einen Tunnel betritt man die Ausstellung und jeder, der schon einmal ein Wohnmobil oder einen Wohnwagen für eine längere Reise bepackt hat, fühlt sich anhand der Videos zum Thema Packen sofort in diese Situation zurückversetzt. Entlang einer steilen Passstraße kommt man an historischen Wohnwagen-Gespannen vorbei und ist so unweigerlich mit der Geschichte der Caravans konfrontiert.

Alpenstraße

Wir lernen, dass das Wort „Caravan“ auf das persische Wort „karwan“ (=Kamelzug“, „Reisegesellschaft) zurückzuführen ist. In den 1930er Jahren wurde das deutsche Wort „Karawane“ noch als gängiges Synonym für „Wohnwagen“ verwendet.

 „Reisen und dabei gleichzeitig zu Hause bleiben, das war das scheinbar unmögliche Verlangen, das mich umhertrieb.“, schrieb schon Heinrich Hauser 1935 in seinem Buch „Fahrten und Abenteuer im Wohnwagen“. Mit diesem Zitat steht Heinrich Hauser stellvertretend für viele andere Wohnwagen- und Wohnmobil-Pioniere wie Theo Rockenfeller, Arist Dethleffs und natürlich Erwin Hymer.

Die drei Pioniere

Konzipiert ist die Ausstellung für Jung und Alt, für die ganze Familie. Gemeinsam geht die Reise auf den Traumstraßen der Welt zu fernen Zielen. Die Besucher lernen den kulturhistorischen Hintergrund des mobilen Reisens kennen, tauchen ein in die Geschichte der Pioniere, erfahren Spannendes aus Technik, Entwicklung, Produktion und Design und entdecken und erleben die Sehnsuchtsorte ihrer Zeit.

Die Alpenroute ist der Auftakt zu einer Reise über die Traumstraße zu insgesamt acht Sehnsuchtsorten der mobilen Welt. Die Sehnsuchtsorte sind überdimensionale große Symbole, die das jeweilige Traumziel repräsentieren.  Die Alpen in den 30er Jahren, Italien, Indien, die Ostsee, Marokko, Nordamerika, Skandinavien und der Atlantik.

Pressefoto Marokko-Mokkakanne

Mit der Eintrittskarte erhält man ein Fototicket. Mit diesem Ticket kann man sich an den vier Fotostationen verkleiden und Fotos an einem Sehnsuchtsort machen. Die Fotos kann man im Shop auf einer Postkarte ausdrucken lassen oder innerhalb von zwei Wochen von der Homepage des Museums downloaden. Wir hatten unheimlich viel Spaß beim Verkleiden und bei den Shootings! Unbedingt empfehlenswert!

Pressefoto Erwin-Hymer-Museum-Vendig

Der hellblaue Bulli sieht und riecht noch genau so, wie der Besitzer damit von seiner letzten Reise zurückkehrte. Der Airstream, der amerikanische Wohnwagen,  beeindruckt uns aufgrund seiner gigantischen Größe, der integrierten Badewanne und wegen des riesigen Backrohrs.

Bulli auf großer Fahrt
Airstream

Dreimal jährlich gibt es eine Sonderausstellung. Das Thema der aktuellen Ausstellung ist „Home sweet Home“ und beschäftigt sich mit dem Thema „Haushalt unterwegs“. Mehr dazu berichten wir in unserem nächsten Blogbeitrag. Wir freuen uns auf Euch!

 

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