Ein Lesetipp für Reisende

Bücher von Helge Timmerberg

Ich liebe Helge Timmerberg. Natürlich nicht physisch, sondern im übertragenen Sinne.

Als Mann würde mir Helge Timmerberg vermutlich nicht gefallen, und ich wäre ebenso nicht sein bevorzugter Frauentyp. Der liegt, soweit ich das seinen Büchern entnehmen kann, zwischen kubanischer Rassigkeit und serbischer Schönheit.

Ich liebe seine Sprache. Ich liebe seine Ehrlichkeit. Ich könnte weinen bei „Die Engel von Marrakesch“, und wer Sätze wie „Ich duschte praktisch in ihrem Lachen“ schreiben kann, dessen Füße würde ich küssen.

Timmerberg ist schonungslos ehrlich. Aber in seiner Ehrlichkeit liegt für mich auch die Unschuld seines Blicks. Freilich mag „Unschuld“ in einem Satz mit dem Namen Helge Timmerberg, dem Autor des Buches „Jesus im Sexshop“ etwas merkwürdig klingen. Aber Timmerberg kann von mir aus so viele Heilmittel unbestimmter Herkunft nehmen, wenn er dabei, davor oder danach so göttlich schreiben kann.

In seinem „Reise-ABC“ liegt so viel Wahrheit. Nie hat mir jemand das Dilemma des Angebettelt-Werdens besser von der Seele geschrieben.

„Regeln sind nur wichtig, wenn sich das Herz nicht sicher ist.“

Am ersten Tag, als mir mein Mann, ebenfalls Timmerberg-Fan, diesen Satz vorgelesen hat, dachte ich: „Nein, das gilt vielleicht im Timmerberg-Universum, aber nicht für mich.“

Zwei, drei Tage und fünfzehn Erziehungsfragen später: „Ja, verdammt, Timmerberg, Du hast recht! Was helfen mir sämtliche Erziehungsratgeber. Ich muss meine Kinder von Herzen aus erziehen und nicht nach einem Regelkalender!“

Mehr dazu gibt es im gut sortierten Buchhandel.

 

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