Erstens kommt es anders…

… und zweitens als man denkt.

Vom Campingplatz in der Nähe von Palanga brechen wir am Sonntag Nachmittag auf nach Klaipeda. Unser Ziel ist IKEA – wir wollen ja noch einen IKEA in Litauen besuchen, da Nadjas neues Bett hier produziert wurde. Leider sperrt uns dieser genau vor der Nase zu. Schade, aber wir waren zumindest hier!

Ikea Klaipeda

Was nun, es ist heiß, am Strand waren wir schon – die Lösung ist: ein klimatisiertes Shopping-Center. Hier in Litauen haben die meisten großen Geschäfte auch sonntags offen. Das „Akropolis“ lässt keine Wünsche offen – Plus City Pasching hoch 2! Sogar eine Eishalle zum Schlittschuh-Laufen gibt es. Das bringt unsere Körper wieder auf Normaltemperatur.

Im Shoppingcenter „Akropolis“

Auf den kommenden Tag haben wir schon lange gewartet. Heute fahren wir mit Fähre und Fahrrädern auf die Kurische Nehrung! Die Kurische Nehrung ist eine knapp 100 km lange Halbinsel, die ungefähr zur Hälfte zu Litauen und zur anderen Hälfte zur russischen Enklave Kaliningrad gehört. Insgesamt ein wunderschöner Nationalpark mit tollen Stränden, Dünen und einem großen Radwegenetz.

Der Wetterbericht sagt Gewitter voraus und in dem Moment, in dem wir und die Räder startklar sind, fängt es zu nieseln an. Kleiner Scherz am Rande: Harald meinte am Vormittag, was wir mitnehmen sollen, wenn es mal regnen sollte. Ich meinte, es ist ja eh warm, wir ziehen uns einfach aus, lassen uns abregnen und trocknen uns nachher wieder ab. Wir sind später sehr froh, über die Jacken, die wir uns dann doch mitgenommen haben.

Fährverbindung

Die Überfahrt mit der Fähre dauerte nur rund fünf Minuten und dann fuhren wir auf den perfekt ausgebauten und beschilderten Radwegen los. Durch den Wald, wo es herrlich nach Schwammerl und Beeren roch, weiter zum Strand. Wir parkten die Fahrräder ein und gingen hinunter zum Strand. Da bereits dunkle Wolken am Himmel waren, setzten wir uns auf einen überdachten Picknickplatz. Eine weise Entscheidung! Kaum saßen wir, ging ein heftiges Gewitter nieder und es regnete in Strömen. Binnen Minuten strömten die Menschen aus dem Meer und vom Strand zum Unterstand.

Der rettende Unterstand

Einige Matrosen in Ausgehuniform von einem russischen Schulsegelschiff, Maschinisten von einem russischen Frachter, Mädels aus Litauen. Eine lustige Mischung von Menschen aus verschiedenen Nationen, jeder war froh, dass er im Trockenen war. Wir unterhielten uns mit den russischen Matrosen, die auf dem Schulschiff drei Monate lang auf See sind. 170 Schüler auf einem Schiff mit insgesamt 200 Mann Besatzung. In Klaipeda sahen wir immer wieder welche von ihnen, die Ausgang hatten, in ihren markanten Uniformen.

Russische Schulmatrosen

Nach einer Stunde klang Gewitter und Regen ab und wir machten uns auf die Rückfahrt. Mit der Fußgängerfähre fuhren wir diesesmal direkt ins Zentrum von Klaipeda zurück, wo eine Schiffsschau stattfand. Die prächtigsten Segelschiffe aus verschiedensten Ländern lagen vor Anker und konnten besichtigt werden. Russland, Brasilien, Oman, Polen und noch viele andere mehr.

Russisches Segelschiff

Am späten Nachmittag brachen wir auf nach Kaunas und nahmen dort Abschied vom wunderschönen Litauen. Wir parkten direkt neben der Burg von Kaunaus und waren überwältigt von der pulsierenden Stadt.

Burg Kaunas

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